10 Geheimnisse und Mysterien Barcelonas | Lugaris

10 GEHEIMNISSE UND MYSTERIEN VON BARCELONA

Das Ambiente, das man im herbstlichen Barcelona einatmet, veranlasst uns zu der Frage, welche Geheimnisse hinter all den Straßenfassaden stecken. Seit der GrĂŒndung der grĂ€flichen Stadt war es ein Ort fĂŒr heidnische Rituale, Hexerei, Verbrechen und einige Wunder. All das hat sich herumgesprochen, was wiederum Mythen und ErzĂ€hlungen erschaffen hat, die sich ĂŒber die Zeit durchgesetzt haben. Ob sie RealitĂ€t sind oder nur ein HorrormĂ€rchen fĂŒr Kinder, hĂ€ngt in einigen FĂ€llen von der LeichtglĂ€ubigkeit des Zuhörers ab. Obwohl man erwĂ€hnen sollte, dass es viele bewiesene Ereignisse gibt, die so manchem die Haare zu Berge stehen lassen wĂŒrden.

Entdecken Sie die 10 Geheimnisse und Mysterien von Barcelona und trauen Sie sich, die Orte zu besichtigen, wo sich die unglaublichsten Geschichten abgespielt haben.

DIE BEKANNTESTEN MYSTERIEN VON BARCELONA

Sicher haben Sie schon etwas darĂŒber gehört oder Sie kennen die Geschichte sogar auswendig. So oder so gibt es keinen Zweifel, dass diese drei Stadtmysterien die populĂ€rsten bei den Stadtbewohnern sind..

Die Vampirin aus Raval

Eins der dĂŒstersten Figuren der Stadtgeschichte ist Enriqueta MartĂ­, besser bekannt als die Vampirin aus Raval. Sie wurde Anfang des XX. Jahrhunderts zur Legende. Wir schreiben das Jahr 1912 und befinden uns in der Joaquim Costa- Straße, die damals noch Calle de Ponent hieß. Dort sah eine Nachbarin ein MĂ€dchen mit abrasiertem Haar am Fenster eines Zwischengeschosses vom GebĂ€ude, in dem Enriqueta wohnte. Die Nachbarin erzĂ€hlte das einem Freund, der die damaligen AutoritĂ€ten informierte. Als diese persönlich zu dem Haus von Enriqueta gingen, fanden die Brigade und zwei Agenten die kleine Teresita Guitart: Ein Kind, das ein paar Tage vorher als vermisst gemeldet wurde, und die kleine Angelita. Die Medien besagten damals, dass man in weiteren HĂ€usern der Vampirin Salben aus KinderflĂŒssigkeiten und Menschenknochen gefunden hĂ€tte. Man sagt, dass Enriqueta morgens normalerweise bettelte, wohingegen sie nachts Kinder entfĂŒhrte um ArzneitrĂ€nke herzustellen und diese an die Elite der Stadt verkaufte. Obwohl diese Geschichte bewiesen werden konnte, ist auszuschließen, dass Enriqueta eine Mörderin war. Jedoch wurde belegt, dass sie eine ZuhĂ€lterin und EntfĂŒhrerin war.

Der Fluch von Liceu

Wenn Sie mal das Liceu besucht haben, dann wissen Sie, dass das GebĂ€ude zweimal im Laufe seiner Geschichte abgebrannt ist: Im Jahre 1861 und nochmal im Jahre 1994. Wo sich heute das berĂŒhmteste Theater Barcelonas emporhebt, stand damals ein Kloster mit BarfĂŒĂŸertrinitariern. Sie haben 200 Jahre lang ruhig mit den Stadtbewohnern zusammengewohnt, bis Napoleons Truppen kamen, die das Kloster beschlagnahmten. Einmal wurde es ein paar Jahre darauf von den Mönchen zurĂŒckgewonnen, doch das Kloster brannte wĂ€hrend eines Tumultes im XIX. Jahrhundert nieder. Aufgrunddessen wurden die Mönche aus dem Gebiet verbannt. Man sagt, dass sie das GebĂ€ude des großen Theaters Liceo, welches 1844 erbaut wurde, verflucht haben. Der Grund dafĂŒr waren heidnische AktivitĂ€ten auf dem heiligen Boden, wo einst das Kloster stand. Ein paar Jahre spĂ€ter brannte wĂ€hrend der Karnevalfeierlichkeiten im Jahre 1861 das Liceo, welches fast komplett zerstört wurde. Der Fluch ging weiter mit der Bombe im Liceo: Ein Attentat, das 1893 vom Anarchisten Santiago Salvador verĂŒbt wurde und bei dem 20 Personen starben. Zuletzt stand das Liceo im Jahre 1994 in Flammen, als ein Funke den BĂŒhnenvorhang in Brand steckte und das Theater bis auf die Grundmauern niederbrannte. Neu erbaut und 1999 wiedereröffnet, hofft das Theater auf eine Zukunft ohne FlĂŒche.

Die Auferstandene aus Santa MarĂ­a del Mar

Die Legende besagt, dass die Stadtkirche Teil einer schaurigen Geschichte ist. Vor ein paar Jahrhunderten verstarb eine junge Frau kurz nachdem sie den Bund der Ehe mit einem Mann aus Barcelona geschlossen hatte. Deshalb beschloss die Familie, sie in ihrem Brautkleid und mit ihrem Schmuck zu beerdigen. Verborgen in Santa MarĂ­a del Mar, sind eines Nachts zwei Diebe in die Kirche eingestiegen um den Schmuck der Verstorbenen zu stehlen. Beide entschieden sich, die Ohrringe, die sie trug, mitzunehmen, und zogen ihr an den Ohren um die Ohrringe zu lösen. In diesem Moment schrie die Frau vor Schmerzen auf und verjagte so die Eindringlinge. Die junge Frau lief zurĂŒck nach Hause, wo sie ihre Familie antraf, die natĂŒrlich geschockt war. Ihr Ehemann war der erste, der wirklich begriff, dass vor ihnen seine Frau in Fleisch und Blut stand. Der Arzt, der sie nach diesem Vorfall behandelte, stellte fest, dass sie einen Anfall von Starrsucht erlitten hatte und deshalb fĂŒr tot gehalten wurde, aber keinesfalls eine Auferstandene sei. Trotz dieser wissenschaftlichen ErklĂ€rung haben die Nachbarn die junge Frau fĂŒr den Rest ihres Lebens verstoßen. Da sie zudem beide OhrlĂ€ppchen verloren hatte, konnte man sie auf der Straße schnell erkennen.

MYSTERIEN AUS DEM GOTISCHEN VIERTEL VON BARCELONA

Logisch gedacht ist dies der Ort mit den meisten Legenden, da es ebenso eins der Àltesten Teile der Stadt ist. Wir haben nur die interessantesten Mysterien und Geheimnisse ausgewÀhlt, da dieses Viertel voll von RÀtseln ist.

Der Teufel von Santa MarĂ­a del Pi

Die Geschichte besagt, dass der Kirchturm Santa MarĂ­a del Pi, einer der berĂŒhmtesten aus dem Mittelalter in Barcelona, von drei verschiedenen Architekten gebaut wurde. Der Grund war, dass man im Mittelalter glaubte, dass die TĂŒrme sich mithilfe des Teufels aufrichteten und man mit ihm ab Stufe Nummer 100 einen Pakt schließen musste, wenn man das Bauwerk beenden wollte. Der erste Architekt verließ den Turm als er ihn bis Stufe 99 gebaut hatte, sodass ihn ein anderer Architekt weiterbauen musste. Der Teufel fĂŒhlte sich verspottet und hinterließ eine Fußspur auf der 100. Stufe. Die KirchgĂ€nger, die in Mengen zur Kirche strömten, beschlossen, den Fußabdruck von der Treppenstufe zu beseitigen.

Zudem gibt es eine Tafel an der Kirchwand zur Erinnerung an den Baumeister JosĂ© Mestres, der ohne SchutzgelĂ€nder von einer BrĂŒcke fiel und sich keinerlei Verletzungen zuzog und dem man die wundersame Tat von San JosĂ© Oriol zusagt, wo er ebenfalls begraben liegt.

Das Haus des Alchimisten in Barcelona

Man sagt, dass zu Zeiten als die Juden el Call bewohnten, wohnte in der Nummer 8 des Arc de Sant Ramon del Call ein Alchimist. Eines Tages besuchte ihn ein junger Christ, der ihm erklĂ€rte, dass er in eine junge JĂŒdin verliebt sei. Er sei aber auch zerstört, da die besagte JĂŒdin nichts mehr von ihm wissen wollte. Der Grund dafĂŒr sei seine Beichte, dass er eine Beziehung zweier Personen verschiedener Religionen nicht verstĂŒnde. Also bat er den Alchimisten um ein Gift, dass seine ehemalige Geliebte töten sollte. Der Jude fragte ihn, ob die zu vergiftende Person ein Mann oder eine Frau sei, und gab ihm daraufhin eine vergiftete Blume, die er der Frau schenken sollte. Als der Alchimist einst nach Hause kam, war die Überraschung groß, denn dort lag seine Tochter: Tot und mit der vergifteten Blume in der Hand, die er dem Mann gegeben hatte um seine Freundin zu töten. Untröstlich floh er aus dem Haus und sprach einen Fluch ĂŒber es aus. Der Fluch besagte, dass es immer unbewohnt bleiben solle und jedem, der hineingeht, großes UnglĂŒck bringen solle. Heute beschwören einige, dass sie das Leid der jungen JĂŒdin durch die WĂ€nde von Haus Nummer 8 gehört hĂ€tten.

Der Totenkopf aus Pont del Bispe und der Briefkasten des Hauses von Ardiaca

Wenn Sie bereits einmal durch die Straßen von Bispe gelaufen sind, dann wurden Sie bestimmt von der BrĂŒcke im neogotischen Stil verzaubert. Diese BrĂŒcke war im XX. Jahrhundert Teil eines Renovierungsplans des gotischen Viertels aufgrund der ExposiciĂłn Universal. Joan RubiĂł i Bellver begann dieses Projekt, welches von anderen Architekten in Barcelona nicht gern gesehen war. Wenn man nun drunter her geht und den Blick nach oben richtet, kann man einen mit einem Dolch durchstochenen Totenkopf erkennen. Obwohl die wahren BeweggrĂŒnde, weshalb ihn RubiĂł dorthin gemeißelt hat weiterhin ein RĂ€tsel sind, spricht vieles dafĂŒr, dass der Zorn, dieses Projekt nicht beenden zu können, ihm zu Kopf stieg. Er war der Ansicht, dass sein Vorhaben verraten wurde. Trotzdem gibt es verschiedene Legenden, wie zum Beispiel, dass wenn der SchĂ€del durch den Dolch entzweibricht, Barcelona zusammenstĂŒrzt oder demjenigen UnglĂŒck bringt, der das sieht und zu dem Zeitpunkt unter der BrĂŒcke steht. Man sagt, dass, wer an diese letzte Prophezeiung glaubt, sich an das Ardiaca-Haus wenden soll, einem GebĂ€ude mit einem seltsamen Briefkasten, der von LluĂ­s DomĂšnech i Montaner designed wurde. 1895 richtete sich dort die Zentrale der Schule fĂŒr AnwĂ€lte mit einem Briefkasten, der ihrem Beruf alle Ehre machte, ein: Eine Schwalbe als Zeichen des schnellen Justizideals, ein Stein zur Darstellung der allgegenwĂ€rtigen BĂŒrokratie und eine Schildkröte die den langsamen Justizverlauf symbolisiert. Die Schildkröte bringt laut Legende das GlĂŒck zurĂŒck, das der Totenkopf zuvor gestohlen hatte. DafĂŒr muss man nur seinen Panzer reiben.

Die dunkle Geschichte des Plaza de Sant Felip Neri

Der ruhige Platz war Schauplatz schlĂŒpfriger und dunkler Mysterien in Barcelona. Im Mittelalter sah der Platz nicht so schön aus wie heute, da er als öffentliches Grab benutzt wurde. Die Leute legten die Leichen der Verstorbenen durch die Inquisition dort ab. Man sagt, dass dort ebenso tote Henker hingebracht wurden, da niemand neben ihnen bestattet werden wollte. Ein weiteres RĂ€tsel ist das der Knochen in den KirchenwĂ€nden. Viele Jahre lang erklĂ€rte man, dass das die FrĂŒchte der Erschießungen der Geistlichen durch die Anarchisten im Spanischen BĂŒrgerkrieg wĂ€ren. Trotzdem hat sich gezeigt, dass die Löcher vom Bombenschrot einer italienischen Flugzeugattacke im Jahre 1938 stammten. 42 Personen kamen ums Leben, der Großteil Kinder, welche sich vor den Bomben in einem Keller schĂŒtzen wollten. Dieser hielt den Attacken allerdings nicht stand.

GEHEIME ECKEN IN BARCELONA

Weiter geht es mit den RĂ€tseln und Mysterien, Legenden und Ecken, die Sie bisher nicht kannten. Diese Geschichten kommen nicht im ReisefĂŒhrer vor, lassen Sie sich ĂŒberraschen.

Die traurige Virreina und ihr Palast

MarĂ­a Francesca Fiveller de ClasquerĂ­ i de Bru war eine gebildete Frau, deren Familie sie in ein Kloster in Garrotxa gesperrt hatte. In dieser Zeit hat sie sich mit Antoni Amat verlobt, dem Neffen des Vizekönigs von Peru. Nachdem der junge Mann seine Verlobte abserviert hatte, kam er mit 75 Jahren aus Amerika zurĂŒck und machte ihr erneut einen Antrag. Der Vizekönig, der trotz seines Amtsverlustes gerne prahlte, ließ einen Palast erbauen. Er befindet sich auch heute noch im Zentrum der Ramblas. Drei Jahre nachdem die Scheinehe geschlossen wurde, verstarb der Vizekönig. Francesca leitete von nun an den Palast und verlieh ihm seinen Namen. Jedoch dauerte dies nicht lange an, da sie in einer Messe an KrĂ€mpfen starb. Die Liebhaber der Mysterien von Barcelona sagen, dass man sie im heutigen Centro de la Imagen immer noch als leidende Seele im Palast herumtreiben sehen kann.

Die Haltestellen der Geister-U-Bahn

Diese geheimen Orte in Barcelona kann man ohne vorherige Erlaubnis nicht besuchen, doch es ist anzumerken, dass sich unter dem Asphalt von Barcelona viele verlassene U-Bahnstationen befinden. Obwohl noch Dutzende Stationen existieren, sind die bekanntesten: GaudĂ­ (zwischen Sant Pau und Sagrada Familia), Correos (neben dem berĂŒhmten PostgebĂ€ude, wo noch alte Poster der Zeit zu finden sind), Ferran (zwischen Liceu und Drassanes) und Banc. Diese letzte Station wurde angeblich dazu benutzt um das Geld zur spanischen Bank zu transportieren, die sich nur ein paar Meter weiter befand. Man gelangte durch ein Netz von Tunneln dorthin, was in der Praxis jedoch nie bewiesen wurde.

Der Untergrund von Barcelona beherbergt noch andere Geschichten, wie zum Beispiel die des Bahnhofs Vilanova Bifurcació (neben der Metrohaltestelle Marina). Dort gab es eine Armengemeinde, die in seinen dunklen Fluren hauste bis er 2016 Feuer fing. Auf der anderen Seite gab es, wo heute der Ferrocarriles Catalanes- Eingang am Plaza Catalunya ist, La Avenida de la Luz: Anfang der vierziger Jahre das erste unterirdische Einkaufszentrum Europas. Es setze sich aus prÀchtigen GeschÀften und einem Kino zusammen, von welchem es heute noch einige Reste zu sehen gibt, allerdings nur mit vorzeitigem Termin. In den achtziger Jahren verkam es mehr und mehr und doch findet man zum Beispiel noch die beeindruckenden SÀulen im Inneren des GeschÀfts Sephora del Triangle.

Außerhalb von Barcelona: Das Casino von l’Arrabassada und der Turm Salvana

Wenn man dem Stadtzentrum Barcelonas entfliehen möchte und weitere magische Orte entdecken will, sollte man als erstes zum Casino von l’Arrabassada fahren. Es ist ein pharaonischer Komplex, der ein Hotel und ein Casino beherbergte. Mit allem Luxus dieser Welt konstruiert, war er fĂŒr die Oberschicht gedacht. Man erzĂ€hlt sich, dass das Hotel ĂŒber ein Suizidzimmer verfĂŒgte: FĂŒr diejenigen, die sich das Leben nehmen wollten, wenn sie ihr Hab und Gut im Casino verloren hatten. Aktuell finden sich dort nur noch ein paar Ruinen mit einem mysteriösen Ambiente wieder.

An dieser Stelle ist außerdem Der Turm Salvana zu erwĂ€hnen. Er ist bekannt dafĂŒr, dass sich dort mehrmals Wesen aus dem Jenseits gezeigt haben sollen. Diese Burg aus dem X. Jahrhundert ist heute nur noch eine Ruine. Doch wer diesen Ort besucht, soll angeblich eine Ă€ltere Frau zu sehen bekommen, die verzweifelt um Hilfe fleht, oder zwei rosa und blau gekleidete Kinder, die dort seelenruhig umherwandeln.

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